Fluechtlinge werden zur Zeit aber fast ausschliesslich als oekonomische
und letztlich auch soziale Belastung gesehen. Der Mythos des
nationalstaatlichen Interesses und kurzsichtige Perspektiven, die mit
einem Auge auf Lebensqualitaet und mit dem anderen auf eine
Konservierung des Augenblicks schielen, draengen Fluechtlinge,
Migranten, Asylanten, Nomaden und Displaced Persons in die Rolle einer
unfreiwilligen internationalen Avantgarde. Sie werden in Lagern und
durch ihren Status als von der UNO anerkannte Fluechtlinge zwar am
Leben gehalten, sind jedoch Gefangene der internationalesn
Fuersorglichkeit, ihr status quo wird mithin zementiert. Diese Gruppe
ist nicht nur supranational, sondern auch multilingual, multikulturell,
multireligioes. Sie besitzt weder Land noch Kapital und auch keine
eigene Waehrung, keine demokratische Struktur und auch kein
Bruttosozialprodukt. Gleichfalls gibt es keine angemessenen politischen
Repraesentationen.