Unter der Voraussetzung, dass sich eine Nation aus einem
integralen Territorium und einer gemeinsamen Kultur und Sprache
(Identitaet) konstituiert, gibt es heute kaum mehr einen Staat, der
nicht multinational ist; andererseits gibt es Nationen, die ohne Staat
existieren: Kurden, Navajo Nation, PLO und viele andere
Organisationen [10] sind staatenlose Nationen. Die FLUECHTLINGSREPUBLIK
wird dies zum Prinzip erheben: Sie basiert auf der Gemeinsamkeit der
Unterschiedlichkeit, verbunden durch weltweite Informationsnetze
(InteR/R-Net) und einer kontemporaeren und vor allem praktischen Neu-
Interpretation der Menschenrechte [11] und -pflichten. Konstituierend ist
das Mensch sein unter erschwerten Bedingungen, eine Situation, die auch
fuer den Rest der Welt immer mehr zur Normalsituation zu werden droht.
Die von Ralf Dahrendorf so bedauerte 'Multiplicity gone wild'
beschreibt ein Schicksal, mit dem die FLUECHTLINGSREPUBLIK exemplarisch
schon jetzt mit aeusserster Konsequenz konfrontiert wird. Die
FLUECHTLINGSREPUBLIK wird lernen muessen, damit umzugehen: Als erster
Staat, der zwischen kultureller Multiplizitaet vermittelt, wird sie
fundamental notwendige Einstellungen und Veraenderungen vom
Staatsgedanken, von Kollektivismus und Individualismus formulieren, die
vom Rest der Welt benoetigt werden, wenn sie ueberleben soll.